Es werde Licht – Die Deftones in Berlin

Die Deftones sind in Topform. Da kann Wuschel Claudio Sanchez im Vorprogramm noch so viele seiner Coheed-and-Cambria-Mythen heruntergniedeln – es sind die Sacramento Five, die an diesem 2. Dezember 2010 in der C-Halle zu Berlin eine Ansage machen. Und was für eine.

Nach „Diamond Eyes“ war das nicht unbedingt zu erwarten: Zwar lieferten die Deftones damit ihr zweifellos schönstes Cover-Artwork ab, inhaltlich ist die erste Platte nach der traurigen Geschichte um Chi Cheng aber eine der schwächeren.

Ganz so, als sei eine solche Aussage nur Banausengeschwätz, bratzt „Rocket Skates“ los. Angriffslustig, breitwandig, tight. Und hieß es in der Vergangenheit auch mal eine ganzes Weilchen Pummelchen Chino – jetzt heißt es Mr. Dauerläufer Moreno. Er springt, er hetzt, er frontet, ist fit wie ein Turnschuh und stimmlich mächtig in Schuss. Die Deftones spielen „Around The Fur“, „My Summer“ und „Be Quiet And Drive“ hintereinander weg, Chinos Silhuette steht im blauen Schein, und es ist einfach nur gewaltig. Was diese Lichtshow wohl kostet?

Scheinwerfer tasten über Bühne und Publikum, in den Kulissen gehen zweihundert Lampen an, es rummst „Diamond Eyes“, es prügelt „Cmnd/Crtl“. Carpenters Gitarre sägt hintergründig fett, Cunnighams Bassdrum und Snare kicken in den unteren Frequenzen. Auf dem Klo werben Aufkleber über den Pissbecken für die „Hymns for Lucifer“, in einer der Kabinen growlt jemand vor sich hin und ist sich, als ein Sicherheitsmann einschreitet, keiner Schuld bewusst ist. Hehehe.

Derweil schwappt „In waves the ships have all sailed“ aus „Bloody Cape“ herüber. „First we are, ever to fall off the earth“ – oh yes! Leider sind die Songs vom großartigen  „Saturday Night Wrist“ nur spärlich vertreten. Dessen einziger Vertreter „Xerces“ gerät dafür holy, und zwar as fuck.

„Minerva“, „Passenger“, „Back To School“ und „Change“ bilden dann das pompöse Schlussquartett des regulären Sets. Nicht unbedingt meine Favoriten, doch was soll’s, wenn man dafür im Anschluss eine derart krasse Zugabe bekommt? Die Deftones erquicken sich an „Adrenaline“ und ballern „Birthmark“, „Engine No. 9“ und „Root“.

Und was dann während des Breaks bei „7 Words“ passiert, ist einfach nur ganz, ganz großes Kino. „BIG FUCKIN BIG FUCKIN APE!“ Bloß tausend mal lauter und death-doom-metalliger. Unfassbar.

So bin ich am Ende denn trunken. Vom Bier und noch mehr vom Glück.

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Ein Kostpröbchen:

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